Chotieschauer Gebiet
Beschreibung der Region
Zeremonielle Kopfbedeckungen, im Chotieschauer Gebiet Grauß kuapftöichl genannt (nordbairischer Dialekt), sind aus dem 19. Jahrhundert in zwei Typen erhalten: schwarz und weiß bestickt.
Die schwarze Stickerei wurde in der Regel mit schwarzem Seidengarn ausgeführt. Verheiratete Frauen banden solche Tücher bei verschiedenen zeremoniellen Anlässen über Haube oder Kopftuch, außer in der Trauerzeit, in der sie ein weiß besticktes Tuch auf den Kopf legten.
Beschreibung der Region:
Das Chotieschauer Gebiet war eine ethnisch gemischte Region mit überwiegend deutscher Bevölkerung.
Die Grenzen der eigentlichen Region, ohne Übergangsgebiete, lassen sich für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Zugehörigkeit der Gemeindeeinheiten zur Herrschaft Chotieschau bestimmen, ab 1850 dann durch die Gemeinden der Gerichtsbezirke Stod (tschechisch Stodo, deutsch Staab), Dobřany (deutsch Dobřan) und Plzeň (deutsch Pilsen). Der letztgenannte Bezirk umfasste dabei nur ein einziges Dorf, Litice (deutsch Lititz). Das natürliche Zentrum war die Stadt Chotěšov. Daneben war auch Nýřany ein bedeutendes Zentrum der Region.
Das Gebiet, in dem der Chotieschauer Trachtentyp getragen wurde, war wesentlich größer; man fand ihn daher auch bei den Deutschen im Kladruber Gebiet.



